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Wo wird der Brauch in OÖ gelebt?
Steyr-Stadt
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Ih bi(n) der Schuaster Nazl, die Arbeit is mein Gräu’l;
Ih essat liaber a Bratl und schmierat ma mein Mäul.

Der Schuster des Steyrer Kripperls begleitete 1919 seine Näherei mit diesem Lied.
(Zitiert nach Commenda, Hans: Volkskunde der Stadt Linz an der Donau, Band 1. Linz 1958, S. 197)

Das Steyrer Kripperl ist ein seit dem 19. Jahrhundert bespieltes Stabpuppen-Krippentheater und zählt zu einem der Letzten im süddeutschen Raum.
Schon im 18. Jahrhundert gab es mehrere Wander-Krippenbühnen, die in Wirtshäusern das Weihnachtsgeschehen szenisch darstellten. Diese Bühnen vereinten sich zum Steyrer Kripperl, das seit 1923 im Innerberger Stadel am Grünmarkt seinen fixen Platz hat.

450 Stabpuppen bieten in der etwa einstündigen Vorführung das biblische Weihnachtsgeschehen in Stegreifdialogen dar. Ebenso entführen Szenen in das biedermeierliche Leben der Stadt Steyr (z.B. Handwerker und Gewerbetreibende, lokalhistorische Begebenheiten, heitere Episoden aus dem täglichen Leben u.ä.). Die liebevoll ausstaffierten Figuren werden an Stäben bewegt, größere Gruppen auf Schienen geführt. Gepflegt und bespielt wird das Steyrer Kripperl von Mitgliedern des Vereins „Heimatpflege Steyr“.

Die Aufführungen finden an Wochenenden von Ende November bis Mitte Jänner im Innerberger Stadel statt.